Die Autor_innen haben sich vor allem aus Unzufriedenheit im Umgang mit Repression aus Perspektive der Fanszene(n) zusammen gefunden. Wichtig für uns war es beim Erarbeiten dieses Readers vor allem aus der Perspektive politisch interessierter Ultras auf Repression beim Fußball, deren Analyse und Umgangsfomen damit, zu schauen.
Unsere Einschätzung ist, dass das Thema Repression zwar in den letzten Jahren sehr in den Fokus verschiedener Fanmedien und Debatten stand und steht, allerdings scheitern die Analysen entweder daran politische Rahmenbedingungen nicht in den Blick nehmen zu wollen oder diesen Anspruch nur unzureichend einzulösen. Dies hat auch mit der Zentrierung auf den eigenen subkulturellen Horizont zu tun in dem kaum etwas außerhalb existiert. Die krasseste, aber konsequenteste Schlussfolgerung daraus ist, dass sich Ultras gerne als die angeblichen Staatsfeinde Nummer 1 sehen oder wahlweise eine unrealistische Perspektive haben was Repression mit all seinen Facetten eigentlich bedeutet.

Nach ca. 2 Jahren Arbeit stellten wir fest, dass es schwer war überhaupt gute Texte zu finden die unserem Anspruch Fußball und Politik zusammen zu denken, entsprachen. Denn zum Thema Repression, als auch zu Fußball gibt es zwar eine Menge Texte. Aber selbst die Linken die in verschiedenen Bereichen im Fußball unterwegs sind, schreiben zu bestimmten Themen, wie eben auch Repression recht kritikwürdige Sachen. So mussten wir uns eine Menge Wissen aneignen um die Texte so zu gestalten, dass sie uns auch inhaltlich gefielen, was hoffentlich auch in den Texten deutlich wird. Somit könnt ihr unseren aktuellen Debattenstand auf dieser Seite nachlesen.
Mit dieser Texte-Sammlung wollen wir vor allem die längst überfällige Debatte zum Thema Gewalt im Fussball kritisch wenden und jenseits der Position des Gewaltverzichts oder des Gewaltfetischs eine neue Perspektive einfordern. Wir können zwar zu diesem Zeitpunkt noch nicht Einschätzen welche Wirkung wir erzielen werden, jedoch hoffen wir auf eine kontroverse Debatte. Wohl wissend, dass die Diskussionskultur beim Fußball ziemlich autoritär und hierarchisch ist, so dass kaum Möglichkeit besteht kritische Debatten zu führen. Lasst uns eure Kritik gerne zukommen.

Dieser Reader richtet sich vor allem an die organisierten Kreise aus den Ultra-Gruppen und deren Umfeld , da wir die Einschätzung haben diese stehen im besonderen Fokus gesellschaftlicher Aufmerksamkeit. In diesem Falle positiv wie negativ. Auch innerhalb dieser Strukturen lassen sich Debatten eher organsiert führen bzw. verbreiten. Alle anderen sollen sich trotz allem nicht ausgeschlossen fühlen.

Ihr findet auf den folgenden Seiten eine Menge verschiedener Texte. Die einen sind mit Sicherheit ein wenig akademischer als andere. Wir haben uns jedoch um Allgemeinverständlichkeit bemüht und hoffen die Inhalte sind anhand der Texte selbst gut nachzuvollziehen.

An dieser Stelle einen großen Dank an alle diejenigen die mitgewirkt haben und uns hoffentlich auch weiter bei der Verbreitung dieser Inhalte helfen. Vielen Dank!

Sprachpolitischer Hinweis
Wir verwenden in der Schreibweise den so genannten Gender Gap „_“ (Unterstrich) um auf die Möglichkeit und Existenz von nicht normativen Lebensweisen, also außerhalb der gesellschaftlich angenommenen Zweigeschlechtlichkeit, hinzuweisen.

…und nicht vergessen:
Immer in Bewegung bleiben!